Ein schöner Tag mit unschönem Beigeschmack?

Heute war ich den ganzen Tag groggy, aber trotzdem war es ein schöner und "erfolgreicher" Tag. Gestern hatte ich die Schicht getauscht um einem Bekanntem beim Umzug helfen zu können, wenigstens die Kartons die Treppe runtertragen konnte ja nicht so schwer sein. Es ging früher los, und woran ich auch nicht gedacht hatte, dass er als Büchernarr wohl einiges schweres zu schleppen hat. Anfangs zu viert, später mit einer ganzen Mannschaft, haben wir es aber gut geschaukelt. Es ging zwar vier Etagen nach oben *ächz* aber unsere gemeinsame Bekannte hatte die Idee, die Kisten die Treppen runterrutschen zu lassen und einfach festzuhalten und nebenher zu laufen. Funktionierte ausgezeichnet. Später haben wir uns die nur noch von Etage zu Etage entgegengeschoben ^^ Ein voller Erfolg, auch wenn es traurig ist dass er wegzieht, freue ich mich für ihn, und vielleicht hält man auch den sporadischen Kontakt, der da war.
Nach dem Umzug ging es gleich zum arbeiten, ich hatte noch 5 Stunden Zeit bis zur Schicht. Durfte zum Glück früher anfangen und war auch nicht so kaputt, wie ich dachte.

Das kam erst heute früh, als ich mit Krämpfen im Schienbein aufgewacht bin. Klingt bescheuert, aber fühlte sich genauso an. Ich hatte schon Angst dass der Tag ins Wasser fällt, war ich doch mit meinem ehemaligen Team verabredet. Zum Glück fluppte alles, Netis hat mich zum Bahnhof gebracht und auch mit dem Zug funktionierte alles. Das Treffen mit meinen Kolleginnen war toll, wir haben ein neues Restaurant ausprobiert, das wir aber nicht noch einmal besuchen werden, und sind über den Weihnachtsmarkt geschlendert. Auch hier alles toll, wir haben viel geguckt, viel gequatscht und uns für einige berufliche neue Wege viel Erfolg gewünscht bzw. uns aufs laufende gebracht. Ich freue mich sehr dass unsere Treffen immer noch klappen und der harte Kern des Teams selbst nach zwei Jahren sich immer noch beieinander meldet.

Heute Abend hat mich Netis wieder abgeholt, mich gewarnt ich soll die Kekse verstecken weil sonst bald keine mehr zum verschenken übrig sind. Ich hab mich gefreut, immerhin schmecken sie dann ja. Habe auch gleich den Teig, den ich heute früh ruhelos produziert habe verbacken und dann wegen einiger Anfragen den Lappi nochmal angeschmissen, um nachzusehen was sich da getan hat. Zwei Nachrichten, auf die ich nicht gewartet hab, keine auf die ich gewartet hab. eine vom jemandem aus dem Internat, den ich zwar nicht kenne aber der mich nach einem gemeinsamen Mitschüler gefragt hat. Eine von einem Mädel, von der ich den Benutzernamen nicht kenne, was daran liegen könnte dass ich ihren Mädchennamen kannte und nicht den von ihrem Kerl. Und genau das wirft mich wieder ein bisschen aus der Bahn.

Weil sie gefragt hat ob ich aus der Stadt komme, wo ich tatsächlich herstamme. Wenn es aber das Mädel ist, was ich als einzige vermuten könnte, so war es mal meine beste Freundin. Über Jahre. Obwohl ich die Fakten, die in mir hochquellen, nicht unbedingt als schön bezeichnen kann. Wir haben viele schöne Stunden miteinander verbracht, aber auch schon damals hat sie mir gesagt dass wir keinen Kontakt hätten wenn ich mich nicht immer wieder melden würde und solche Dinge. Das hat schon damals tief gesessen, und mir fallen momentan nur Sachen ein, die in die gleiche Richtung laufen. Vor ein paar Jahren hab ich mich über die Matrix wieder bemüht gehabt, und ja, ich weiß, sie hat und hatte es nie leicht, aber sie hat mich damals ständig abgewiesen und angeplärrt, soweit das über geschriebene Worte geht. Wochen später fragte sie mich über denselben Weg ob wir reden können, sie wollte nur noch eine rauchen gehen. Natürlich wollte ich reden. Nach drei Stunden starren auf den Computer ging ihr Online-Symbol aus. Ohne dass wir geredet haben oder sie auch nur Tschüss gesagt hat. Ich weiß nicht, wie viele Jahre das inzwischen her ist, aber das war das letzte was ich von ihr gehört hab. Ich hatte endlich verstanden, der Zug ist abgefahren, ich will keinen Kontakt. Jetzt scheint es als wäre sie wieder da... und es beschäftigt mich genau wie damals. Wie soll ich reagieren? Abgesehen dass ich ihr schon geschrieben habe, schon, aber dass ihr Name mir nichts sagt. Ich hab noch Fotos von uns (ich schmeiß ja nichts weg, abgesehen davon ändert das auch nicht die Vergangenheit), ich hab auch diesen Fitzel Neugier, was sie will. Aber auf der anderen Seite hat mich selten jemand so verletzt, dass ich die Wunden heute noch merke. Erst recht selten jemand, der mir wirklich etwas bedeutet hat. Mir fällt das eine Foto ein, dass sie mir damals in einem Rahmen geschenkt hat, von ihr. Darauf stand "Don't forget me, forget me never. But if you forget me, forget me ever." Ich wünschte, vergessen wäre so leicht. Oder wenigstens zu sagen, sorry aber der Zug ist abgefahren.

Edit: natürlich ist es nie leicht die Vergangenheit zu begraben oder alten Frust ruhen zu lassen- Für mich vielleicht noch etwas mehr als für andere,  weil ich mir negative Sachen ewig merke, positive aber sehr schnell verdränge. An meiner Erinnerung kommen regelmäßig Zweifel hoch, weil andere, mit denen ich darüber rede, dasselbe Geschehen ganz anders in Erinnerung haben.
Auch bin ich früher jemand gewesen, der bereit war, jemandem eine zweite Chance zu geben und froh war, wenn ich eine bekommen habe. Heute weiß ich nicht mehr ob das der richtige Weg wäre. Alle, mit denen ich das Dilemma in den letzten Tagen auseinandergenommen habe, haben gesagt von Menschen die einem wehtun soll man Abstand nehmen. Das finde ich auch.
Aber da ist auch dieser Zweifel. Warum sollte sich jemand bemühen, mich wieder zu finden, wenn er mir wehtun will? (sofort fallen mir Menschen ein, die das schaffen würden...)

Wir haben uns einige Nachrichten geschrieben, ich habe ihr auch gesagt was damals war. Angeblich gab es ihren Account damals schon nicht mehr. Mir lässt das keine Ruhe. Wenn die Sache damals auf einem Missverständnis beruht hat, gibt es vielleicht eine zweite Chance. Offenbar haben wir beide öfter an den anderen gedacht und es schade gefunden dass die Freundschaft dem anderen nichts wert war. Aber wenn es einen Neuanfang gibt, muss der vorsichtig sein. So wie früher wird es nicht mehr. 

11.12.16 22:43

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