Unterhaltung eines Traums

Unterhaltung eines Traumes


Was seh ich da? Zu solch Stunde

Gehet Ihr, so arglos noch eine Runde

Im Garten?

Ja, mein Herr, ich will warten

Auf den Mond, erscheint er bald?

Wie meint Ihr, meine Liebe?

Was wartet Ihr auf das kalte Gestirn

Am Himmel? Habt Ihr keine Angst

Vor den Geschöpfen der Nacht?

Was höre ich da, nein.

So seid Ihr selbst doch noch hier

Zu dieser nächtlichen Zeit.

Euch sieht man nie am Tage,

und doch hab ich euch gern.

Ob Ihr wirklich der seid, der Ihr

Vorgebt zu sein?

Ich muss lächeln, meine Schöne.

Dies fragt Ihr, wo Ihr so reinen Herzens seid?

Warum, frag ich Euch, wollt Ihr das wissen?

Seid ich Euch sah, mein Herr,

Ist mir die Sonne fremd.

Ich wandele so viele Nächte

Schon umher, um Euch zu begegnen.

Ich sah schon oft, wie Ihr

Menschen triebt in ihr Verderben.

Und trotzdem wagt ihr Euch in

Diese, meine Nähe?

Wenn Ihr doch schon wisst,

Wer und was ich bin?

Lange spielt Ihr schon mit Eurem Leben,

Teures Wesen.

Das Leben soll mir egal sein,

Fühle ich mich doch wie in einem Käfig am Tage.

Sagt mir nur eins, mein Herr,

Was führt mich zu dieser Entscheidung?

Ist es mein Herz, oder meine Seel‘,

Die ich dabei verliere?

Ihr stellt soviele Fragen,

Und das einem Vampir. Warum?

Solltet Ihr nicht lieber laufen?

Euch verstecken? Leben?

Nun gut, was Ihr verliert,

Wird Euer Selbst sein.

Ihr werdet den Tag nicht sehen können,

Und das wird Euch schmerzen.

Ihr werdet verdammt sein ewig zu existieren.

Tot ist die Seele, kalt das herz.

Wollt Ihr dies?

Mein Herr, die Nacht und der Tag

Wären nichts ohne Euch mir.

Mein Weg ist seltsam, doch

Führte er mich zu Euch.

Ich lebe um bei Euch zu sein,

Und ich stürbe auch dafür.

Nur Angst habe ich, allein zu sein.

Mein Täubchen, warum

Die Angst vor der Einsamkeit?

Seid Ihr denn so sicher,

Dass bei mir ein Platz wäre für Euch?

Ich habe kein Herz, das fühlt wie Eures.

Doch, ich gebe zu, Ihr seid seltsam.

Voller Mut erscheint Ihr hier,

Was kosten kann Euch das Leben.

Ich will an Eurer Seite sein, mein Herr.

Meine Liebsten habt Ihr schon geholt,

Rafftet ihr Leben dahin.

Wozu ist dann noch mein Sinn?

Warum nanntet Ihr mich eben Taube,

Wenn dies ein freies Geschöpf, ich aber

Gefangen durch Eure Ausstrahlung?

Mein Täubchen... Ihr seid genauso

Wie dieser Vogel. Frei.

Voller Furcht und doch so mutig.

Eure Augen von seltsamen Glanz.

Ist dies Trauer, oder die Sehnsucht?

Eure Liebsten nahm ich, um zu leben.

Auch ich habe Angst vorm Tod.

Wollt ihr frei sein, solltet Ihr rennen.

Zu sehr lockt mich Euer Blut.

Wie lange Ihr noch außer Gefahr

Seid vermag ich nicht zu sagen.

Ich bitte Euch, geht und kehrt nie wieder.

Dann seid Ihr frei. Doch wollt Ihr

Wahrhaftig an meiner Seite sein,

So gebt mir Euer Blut und nehmt meines.

Mein Herr, so sagt mir,

Darf ich dann bei Euch sein?

Nichts ist mir geblieben,

Fühle mich als Tochter der Dunkelheit.

Sie ist es, die beschützt meine Gedanken.

Und Ihr seid mein Gedanke – mein Einziger.

Ich liebe Euch, seit ich Euch zum ersten Mal

In diesen Gemäuern sah.

Ich schwieg, wenn Ihr jemanden ins

Verderben locktet. Doch nun habe ich Angst,

Es geht mir wie ihnen, meinen Lieben.

Ich verstehe Euch, meine Liebe.

Doch wie kann Euer Herz mir gehören,

Müsstet Ihr mich nicht hassen?

Ich lebe in der Dunkelheit,

Gehöre in diese Welt seit meine Seele

Geraubt wurde von einem wie mir.

Ihr wart wie die Sonne, wenn ich Euch sah.

Strahlend und fröhlich...

Doch nun seid Ihr blass wie der Mond.

Ich liebte Eure Art, so ein liebes kind.

Deshalb verbarg ich mich vor Euch.

Doch nun lauft um euer Leben!

Ich kann dem Blut nicht widerstehen

Das so süß durch Eure Adern rinnt.

Ich will bleiben, mein Herr

Und hoffen dass ich Euch wiederseh

Wenn meine Seele mir entflohen.

Nehmt mich nur in den Arm.

Nur in den Arm...

Ich will nicht allein sterben.



Am nächsten Morgen fand man das Mädchen. Kalt und bleich, doch mit einem lächeln auf den Lippen. Der Kummer habe sie geholt, sagte man. Sie hatte ja niemanden mehr. So trug man sie zum Gottesacker um sie zu begraben. Doch ein paar Tage darauf wanderte sie wieder durch die Straßen... niemals allein, mit einem Gefährten. Auf gemeinsamer Jagd nach verirrten Seelen.



Copyright by Taphozous







13.7.08 08:13

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