März 2017

*eine gute Reise in die alte Heimat gehabt, mit gut gelaunten Lokführern und null Verspätung. In der alten Heimat Sommerliches Wetter statt Friergrade

*ein sehr schönes, aber kurzes Wochenende mit Familie gehabt

*problemlose Rückfahrt

*mein Bus-Kissen fertig bekommen und jede Menge positive Reaktinonen bekommen

*Blogumzug registriert und wieder einigermaßen auf dem laufenden

*ein Buch über Wölfe geschenkt bekommen *.*

*ein schönes Wochenende im Norden gehabt, dabei

-den wichtigen Kern meiner Familie gesehen

-festgestellt, dass man auch über Frankfurt am Main nach Hamburg kommt (Navi hatte durch Zufall in der Hosentasche wohl einen unbemerkten - bis Frankfurt jedenfall -  Zwischenstop eingefügt)

-überlegt den ollen Drahtesel wieder flott zu machen

-Schmusezeit gehabt

-ein neues Projekt in Angriff genommen: vervollständige das Autobuch deines Neffen, damit es nicht in die Tonne wandert

-festgestellt dass eine DVD gleich wieder ausgemistet werden kann

-Nasch- und Fernsehabend wobei fast alle wach blieben

*den Duschvorhang etwas weiter unten drapiert - juchu, keine Überschwemmungen mehr im Bad

*6 Amanogarnelen gekauft, die nachher umgesetzt werden. Zwei haben einen Hintern voller Eier, vielleicht haben wir bald Garnelenbabies

* einen tollen Rollenspielabend gehabt

 

9.3.17 12:15, kommentieren

Februar 2017

* eine Packung Duplo geschenkt bekommen weil ich die Brille einer Kundin an der Info abgegeben und ihr Bescheid gesagt habe

* Chef hat mir trotz Kollengenausfall meinen feien Tag gelassen

*Eine Kundin wollte nur die Wolle aus einer Zeitschrift und hat uns den Rest - Nadeln und Anleitungen - geschenkt, ich hab es mir gekrallt und mich in einen VW Bus verliebt, den ich nachstricken will* Abnehmer für das Bus Kissen gefunden

* nach 90% gemerkt dass ich mich vertan habe aber der zweite Versuch wird bestimmt besser

* Geburtstagskinder glücklich gemacht

*mit gammeln glücklich das Wochenende verbracht und zocken angefangen -Nino Kuni- und zwar öfter ausgeflippt aber inzwischen kriege ich es hin und bei Endbossen reiche ich das Gamepad unauffällig an Netis weiter

*Ticket nach Hause gekauft für meinen Besuch im März*Spazieren gegangen und den ersten Kranich entdeckt*spontan mit Bekannten essen gegangen und ein niedliches Lokal entdeckt

*Eine Pomelo gekauft

*Literweise Eiskaffee und Eis vernichtet in Teamarbeit

*myblog geht wieder und die Einträge blieben erhalten

*sehr erfolgreich Vorräte erjagt

*Schokoriegel geschenkt bekommen und Eierlikör, beides nicht meins aber lieb gemeint und die Kundin ist auch nicht böse wenn ich es weiterreiche

*früh Feierabend machen können

*ernsthaft bei einer Flasche Rum im Einkauf gefragt worden ob ich auch sicher 18 bin. Mit 34. Die Dame hat mich damit gleich zweimal happy gemacht, einmal weil ichs länger nicht mehr bin und einmal weil ich mit meinem Gefrage auch oft daneben liege und damit nicht allein dastehe

*wie eine wahnsinnige gestrickt und nun kann ich mit der zweiten Rückseite anangen. Bald ist das Kissen fertig

*endlich die Pfandflaschen weggebracht und gegen neue DVD eingetauscht. Nebenbei lecker im Drachenbistro gefrühstückt

21.2.17 22:33, kommentieren

ein Glas voll positiver Gedanken

Die Idee hatte eine Freundin über Fb geliked oder geteilt (das weiß ich leider nicht mehr so genau, ich scrolle zwar täglich dort herum, aber es ist und bleibt eben scrollen ^^" ) und ich finde sie sehr schön: einfach jeden Tag eine kleine Notiz machen, was schön war und am Ende des Jahres zu Silvester kann mann dann die Notizen lesen und sieht dass das Jahr gar nicht soo verkehrt war. Ja, die Welt macht es nicht besser, und wahrscheinlich passiert auch oft genug trotzdem etwas worüber man traurig pder verärgert ist und das nicht nur in dem Moment. Aber es könnte einem helfen zu sehen dass die Welt nicht nur mies ist, dass man sich auch über kleines freuen kann und vielleicht hat es auch etwas mit Achtsamkeit zu tun. Da ich mir (noch) nicht einen weiteren Staubfänger hinstellen möchte, wird das Glas (erstmal?) virtuell. Es wird vermutlich auch nicht jeden Tag gefüllt, dafür manchmal mehrere Notizen. Diese Woche kann ich schon mal gut anfangen:

* eine Packung Duplo geschenkt bekommen weil ich die Brille von einer Kundin an der Info abgegeben und ihr Bescheid gegeben habe als ich sie das nächste Mal gesehen habe

*Cheffe hat sich bemüht und hingekriegt dass ich meinen freien Tag trotz Krankheit einer Kollegin bekommen habe

3 Kommentare 1.2.17 18:37, kommentieren

wenn du einen Ohrwurm hast, der kommt von Dr. Mario

ohne diese Sms hätte ich heute früh vermutlich gar nicht mehr gewusst dass die Melodie gestern so nervtötend war ^^

Letzte Woche war viel zu tun, Chef krank und mehrere Geburtstage, so dass ich zu meiner Schande gestehen muss dass auch noch nicht immer alles fertig ist. Aber außer zum schlafen und arbeiten konnte ich mich letzte Woche zu nichts wirklich aufraffen. Trotzdem waren einige Sachen erfolgreich. 

Nach mehreren Monaten hinterher rennen hab ich doch noch ein Nintendo NES Classic bekommen, was eigentlich ein Weihnachtsgeschenkd werden sollte und nun halt zum Geburtstag verpackt wurde.  Meine Befürchtungen dass er nur gesagt hat, er möchte das Teil, haben sich bei der Reaktion zerschlagen. Außerdem haben wir festgestellt dass es vielen Spaß macht (und ich bereicts Suchtpotenzial bemerke), also supi.

Vor auch nicht allzulanger Zeit haben wir nochmal in vertrauter Runde zusammen gesessen und Trixi gebaut. Nun fehlt noch der Hintergrund, aber ich bin am tippen wenn ich mal keine Wortfindungsstörung habe. Ich glaube ich kriege den nächsten Charakter, nämlich Garcia, dann fast alleine hin. 

Diese Woche endlich wieder Schichten, wo wir uns nicht nur die Klinke in die Hand drücken. Cheffe kommt auch wieder zur Arbeit. Eine Kundin hat sich heute das Strick-Einsteigerset gekauft und uns die Nadeln bzw. Anleitungen geschenkt, weil sie nur scharf auf die Wolle war. Jetzt hab ich megafette Stricknadeln und eine Anleitung für ein voll süßes VW-Bus-Kissen.... wenn ich das jetzt noch lesen und stricken könnte und wir nicht schon zu viele Kissen hätten.... XD

 

30.1.17 22:12, kommentieren

Brettchenweben, Schafe und Rauten

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Ich hab zum vorletzten Geburtstag einen wunderschönen Brettchenwebrahmen bekommen, den ich gerne nutze und schon ein paar Bänder gewebt habe. Bisher nur Einzugsmuster, ich über noch, aber ich brauche auch immer erst Verwendung für ein Band Die Schafe habe ich gewebt um mein Fell bei Sonnenschein eingrollt mit auf den Markt nehmen zu können. (es ist ein Schafffell, so gegerbt dass ich es sogar vertrage, und das Schaf wurde gegessen - also keine reine Pelzmacherei)
Das schwarzbeige soll ein Stirnband werden, eine Freundin hatte sich ein Band dafür gewünscht. Bei fast zwei Metern darf man ein wenig experimentieren ^^

23.1.17 22:39, kommentieren

voll motiviert aber irgendwie auch nicht

Heute standen Amt und Arzt an, beides Zeug was ich nicht mag aber sein musste. Immerhin bin ich was ich beim Amt zu spät dran gekommen bin, beim Doc früher dran gewesen und nun wieder zuhause. Ich wollte in den Keller gehen um zu gucken was dort getan werden muss  - kurz vor Weihnachten ist ein Stapel Zeugs umgefallen... aber nun keine Lust mehr...

wozu ich allerdings große Lust habe, ist endlich mal Lyka zeichnen, wie ich sie mir in den Schatten vorstelle. Gestern abend habe ich mein Lieblingsprogramm wieder installieren können auf dem zweiten Tablet, das erste ist ja leider kaputt gegangen (Spiderapp, soweit dass ich auf die Platinen gucken kann ^^" und geht zwar noch aber ich hab keinen Schimmer wo das Kabel ist. Das andere läuft mit USBkabel und voila, ich habe DroidPainterSimple wieder. Ist zwar nicht ausgereift, so ist oft etwas pixelig durch Weichzeichnunug, man kann keine Bilder drehen etc... aber mir langts und ich bin froh es wieder zu haben, denn damit kann man viel ausprobieren. Gestern nicht gespeichert, heute dafür zwei Versionen: hier ist Trixi, mein zweiter Chara, der zwar schon etwas Geschichte und sein Aussehen hat, aber noch nicht alle Werte ^^"


eigentlich wollte ich sie hier direkt als Bild haben. Ich weiß aber nicht ob ich schon wieder vergessen habe wie das geht oder deviantart geht gerade nicht...

1 Kommentar 5.1.17 17:59, kommentieren

Was wirklich zählt

Wie immer in meinen Gutenachtgeschichten mit den Beiden sind Herzen nicht anatomisch zu betrachten sondern symbolisch – vielleicht wie ein großes Kissen.




Waschbär und Eichhörnchen hatten seit ihrem Erlebnis in der Gewitternacht eine gute Freundschaft aufgebaut. Wie gut? Das kleine Eichhörnchen hatte dem Waschbären wieder gezeigt, dass jedes Herz ein paar Streicheleinheiten braucht; und der Waschbär hatte dem Eichhörchen geholfen, sein eigenes Herz zu flicken. Dort war, wie er vorausgesagt hatte, eine Narbe geblieben, aber dem Eichhörnchen ging es besser. Alle paar Tage trafen sie sich und frühstückten zusammen oder gingen spazieren. Dabei unterhielten sie sich über die unterschiedlichsten Sachen: wie man Herzen pflegt, was so im Wald passierte, wie sich wohl das Wetter entwickeln würde, wie man für den Winter noch besser vorsorgen konnte.


Eines Tages saßen sie unter ihrem Lieblingsbaum, in dessen Äste der Waschbär eine Hängematte gebaut hatte, zusammen, ließen sich vom Wind schaukeln und genossen die Ruhe. „Weißt du“, sagte das Eichhörnchen, „Ich bin wirklich froh dass du in jener Nacht nicht schlafen konntest. Sonst hättest du kein Licht angehabt und ich hätte dich gar nicht gefunden...“ „Hmhmhm“, machte der Waschbär nur und zog das Eichhörnchen ein Stückchen näher zu sich, dass sie eng nebeneinander in der Hängematte saßen. „Ich bin müde, kannst du mich nicht ein bisschen dösen lassen? Ich habe ein bisschen Kopfweh, und das Blätterrauschen macht es nicht besser.“ Das Eichhörnchen nickte und war wieder still.


Eine ganze Weile saßen sie so da, der Waschbär am schlafen, das Eichhörnchen am träumen. Es dachte über die Blätter nach und das rauschen und ob der Waschbär wirklich einfach nur müde war oder es leid war, sich immer mit ihm zu unterhalten. In der Tat, dachte es, unterhalten wir uns immer über ganz allgemeine Sachen. Haben wir uns vielleicht irgendwann alles einfach gesagt? Gibt es nichts mehr zu reden? Wird das alles Gewohnheit? Es mochte den Waschbären sehr, aber da sie Freunde waren sagte es ihm nichts davon. Er wusste ja dass es glücklich war ihn zu haben. Und er wusste bestimmt auch wie sehr es ihn mochte... immer wenn er so schelmisch grinste wurde es immer noch röter als sein Fell schon war, und seine Ohren wurden ganz warm vor Glück, das es in diesen Momenten spürte. In diesen Augenblicken fühlte es sich einfach nur geliebt und glücklich und geborgen. Aber was, wenn das alles einmal vorbei sein sollte? Was, wenn der Waschbär eines Tages einfach keine Lust mehr auf Spaziergänge und hängemattenschaukeln und zusammen frühstücken hatte? Nachdenklich ließ es die Pfoten über den Rand der Hängematte baumeln und den Wind durch das Fell streichen.


Im Gegensatz zum Waschbären hatte es das Blättergewisper sehr gern, es dachte sich dann ganz viele Geschichten aus, die sie wohl erzählen könnten. Heute schien die Sonne schon recht hoch, war über das grüne Dach des Baumes hinaus geklettert und schickte nun einzelne Strahlen durch das dichte Wirrwarr aus Zweigen und Blättern. Hier und da malten die Sonnenstrahlen goldene Punkte auf die Blätter, ließen den Stamm des Baumes in einem leichten rot schimmern oder kitzelten das Eichhörnchen an der Nase. “Hatschi! Entschuldige”, sagte es schnell hinterher, weil der Waschbär aufgewacht war. Als Antwort kam nur ein grummeln vom Waschbären, er war wirklich sehr, sehr müde. Missmutig blinzelte er das Eichhörnchen an. “Wir hätten heute nicht weggehen sollen“, sagte er. “Ich habe die ganze Nacht kein Auge zu gemacht, Eichhörnchen. Warum machst du so einen Krach?” “Die Sonne hat mich gekitzelt, es tut mir leid”, sagte es leise. Bei sich dachte es, das wird wohl kein schöner Tag... warum ist er so ein Brummbär? Was ist bloß los? Es hätte ihn so gerne gefragt, aber als es sich zu ihm wandte, schnarchte er schon wieder leise vor sich hin.


Es verging eine Weile, der Waschbär schlief immer noch und das Eichhorn wusste nichts mit sich anzufangen. Da hörte es am Fuße des Baumes ein Wimmern, ganz ganz leise, und wurde neugierig. Vorsichtig befreite es sich aus der Umarmung des Waschbären, der eine Pfote um es gelegt hatte, krabbelte aus der Hängematte und achtete darauf nicht zu sehr zu schaukeln. Aber kaum hatte es feste Rinde unter den Pfoten, flitzte es den Stamm hinunter wie der Blitz. Unten angekommen musste es nicht lange nach dem Geräusch suchen. Ein kleines Kaninchen saß dort zwischen den Wurzeln und jammerte vor sich hin. Es schrak zusammen, als es das Eichhorn es ansprach, denn es hatte nicht bemerkt dass jemand näher gekommen war. “Du musst nicht so schreckhaft sein,” meinte das Eichhörnchen entschuldigend. “Ich wollte nur wissen, wer da weint. Was ist denn passiert, brauchst du Hilfe?” Das Kaninchen beruhigte sich ein wenig. “Ich habe mir die Pfote verstaucht, und jetzt kann ich nicht mehr hoppeln. Es tut so weh”, jammerte es wieder. In der Tat war die hintere Pfote des Kaninchens stark angeschwollen, bemerkte das Eichhörnchen. Wenn sie doch nur in der Nähe des Waschbärenbaus geblieben wären, der hätte bestimmt auch dagegen eine Salbe oder Tinktur machen können, dachte es. Aber hier?


“Du solltest das kühlen”, riet es dem Kaninchen, „dann wird es bestimmt bald wieder gehen. Nicht weit von hier ist ein Fluss, da könntest du deine Pfote hinein halten, er fließt auch nicht so schnell.” Das Kaninchen machte große, traurige Augen. “Aber wie soll ich es dahin schaffen? Ich kann so nicht hüpfen, habe ich dir doch gesagt.” Das Eichhörnchen wackelte nachdenklich mit der Nase. “Dann stütze ich dich auf dem Weg”, bot es an. “Wir werden langsam sein, aber wir schaffen das. Ich helfe dir.” Und so stützte es halb das Kaninchen, halb schleifte das Eichhörnchen seinen Patienten mit. Sie kamen nur sehr langsam voran, aber wie das Hörnchen es gesagt hatte, sie schafften es zusammen.


Unterdessen war der Waschbär aufgewacht und schaute sich verwirrt um, weil das Eichhörnchen verschwunden war. Wo konnte es hin sein? War er doch zu grummelig gewesen, auch wenn er einfach nur seine Ruhe gebraucht hatte? Schließlich schaute er aus seiner Hängematte und bemerkte in einiger Ferne etwas rotes und etwas braunes. Das rote konnte nur das Eichhörnchen sein! Und das andere? Hatte es sich gleich neue Freunde gesucht, nur weil er einmal keine Lust gehabt hatte zuzuhören? Er war enttäuscht. Eine kleine Stimme in ihm flüsterte dass es bestimmt einen Grund gab, aber darauf wollte im Moment nicht hören. Eine schöne Freundschaft ist das, dachte er. Wenn man nicht einmal schlechte Laune haben kann, eigentlich sollte das Eichhörnchen viel eher Verständnis haben und hätte für ihn da sein sollen. “Aber du wolltest deine Ruhe haben”, flüsterte die leise Stimme in ihm. “Und es hat dich in Ruhe gelassen.” Der Waschbär schüttelte seinen breiten Kopf, um die Gedanken zu verscheuchen, und machte sich daran den Baum hinunter zu klettern. Wenn er schon verlassen wurde, wollte er auch wissen warum! Also machte er sich an die Verfolgung.


Unterdessen waren das Kaninchen und das Eichhörnchen endlich am Fluss angekommen. Die Pfoten im kühlen Wasser saßen sie eine ganze Weile am Ufer und unterhielten sich. Dem Kaninchen ging es viel besser, seine Pfote schmerzte schon fast gar nicht mehr, und so wurde es fröhlich und erzählte dem Eichhörnchen von allerlei Dingen, die in seinem Kaninchendorf so passierten. Im Gegensatz zum Waschbären und Eichhörnchen wohnte es in einer großen Familie, der einzelne ging da manchmal etwas unter, beschwerte es sich. Immer diese Regeln und Pflichten, die in einem großen Bau anfielen. Deshalb war es weg gehoppelt, um irgendwo neu anzufangen und sich einen eigene Höhle zu graben und nach eigenen Regeln zu leben. Das Eichhörnchen schaute das Kaninchen verwirrt und traurig an. “Ich habe noch nie von einem Kaninchen gehört, das alleine wohnen will”, meinte es. “Glaubst du denn wirklich, dass du dann keine Pflichten hast? Du musst dich nur ganz allein darum kümmern. Und du bist noch so klein. Weißt du denn, wie man Wintervorräte sammelt? Wo man sie am besten versteckt? Was machst du, wenn du dich einsam fühlst?” Das Kaninchen wippte mit seinem Fuß, der schon fast wieder normal groß war, und dachte eine Weile nach. Eigentlich wollte es schon lange wieder nach Hause, aber das wollte es nicht zugeben. Schließlich war es erst einen Tag weg gelaufen und hatte seinen Geschwistern gesagt, es käme nie, nie wieder zurück!


Es streckte trotzig die Nase in die Luft. “Du kannst das doch auch alles, und du bist nicht viel größer als ich!” Das Eichhörnchen musste ein bisschen lächeln, obwohl ihm eigentlich nicht danach zumute war. “Aber wir Eichhörnchen sind klein,” sagte es nur. “Du musst noch erwachsen werden. Ich weiß wo ich für den Winter sammeln und verstecken kann und ich habe meinen Kobel hoch im Baum, da kommt ein Fuchs nicht so schnell hinauf. Und ich bin nicht gerne alleine, das kannst du mir glauben.” Es erzählte dem Kaninchen eine Menge vom Waschbären, dass sie oft unterwegs waren und viel zusammen unternahmen und gute Freunde waren, auch wenn eigentlich, nach ihrer Art, jeder ein Einzelgänger war. “Aber dann bin ich nicht alleine”, schloss das Eichhörnchen. “Wie du siehst, braucht jeder jemanden.” “Hmhmhm”, machte das Kaninchen. “Wenn du so gar nicht alleine sein willst, wo ist der Waschbär denn nun?”


Das Eichhörnchen seufzte. “Wahrscheinlich in der Hängematte und schläft noch. Die hat er ganz allein für uns gebaut, weißt du. Aber heute geht es ihm wohl nicht gut, da habe ich ihn in Ruhe gelassen, dann habe ich ja dich gehört und musste wissen was da los ist. Ich bin furchtbar neugierig, manchmal.” Das Kaninchen grinste. “Mein Glück, schließlich hätte ich es ohne dich nicht bis hierher geschafft. Du hast eine gute Seele, Eichhörnchen, danke.” Etwas leiser fügte es hinzu: “Möchtest du mir nicht mit meinem Bau helfen, wenn du soviel weißt? Du könntest da auch mit einziehen, dann bist du nicht allein wenn der Waschbär schlechte Laune hat...?” Das Eichhörnchen grübelte. Es dachte an sein Herz, dass der Waschbär geflickt hatte und das doch seinen Platz dort hatte, beim Waschbären, auch wenn es ihm das nicht gesagt hatte. Das musste es sicher gar nicht sagen, immerhin sah er doch sicher auch wie wohl die Herzen sich beieinander fühlten... Aber konnte es das Kaninchen einfach so allein lassen? Hier draußen würde es sicher keine Woche ohne seine Familie überstehen.!


“Ich habe eine andere Idee”, schlug es vor. “Ich helfe dir, eine Höhle zu graben, für heute Nacht und bleibe da. Aber du denkst ganz genau darüber nach, ob du wirklich alleine wohnen willst, denn immer kann ich nicht auf dich aufpassen. Wenn du dann zu deiner Familie zurück willst, bringe ich dich hin, einverstanden?” Das Kaninchen jubelte innerlich, denn das hieß, es könnte morgen zurück und heute könnte es seinen Geschwistern noch einen ordentlichen Schrecken einjagen und ihnen morgen ein großes Abenteuer erzählen. “Einverstanden”, meinte es und streckte dem Eichhörnchen die Pfote hin, sie schlugen ein.


Der Waschbär hatte das Gespräch zwar verfolgt, aber nicht alles gehört. Er sah den Pfotenschlag, also hatten sie etwas abgemacht, und hörte dass das Eichhörnchen mit dem Kaninchen einen Bau graben wollte, mehr hatte er nicht verstanden. Er war traurig und wütend und grummelte vor sich hin, als er den Rückweg einschlug. Er machte sich auf den Weg zu seinem Bau, allein und sich selbst bemitleidend. Als er dort angekommen war und sich in seiner Küche einen Tee gegen das Magengrummeln aufsetzte, dass er von seiner Laune bekommen hatte, sah er nachdenklich zu wie das Wasser warm wurde. War ihre Freundschaft wirklich nur so flüchtig wie der Dampf, der von dem Kessel aufstieg? Das glaubte er nicht. Er schlich leise in sein Wohnzimmer, wo das Eichhörnchen irgendwann ein Blätternest für das Waschbärenherz zum spielen gebaut hatte. Dort lagen die beiden Herzen aneinander gekuschelt und schliefen friedlich.


Er deckte sie zu und dachte nach. Ja, das Kaninchen hatte Recht, das Eichhörnchen hat eine gute Seele, oder es war eine gute Seele, wie auch immer. Er wusste nicht, worunter er „Seele“ überhaupt einordnen sollte. War das etwas, was dem Eichhörnchen wichtig war? Hatte es ihn deshalb allein gelassen, weil er das nicht erkannt hatte? Irgendwie kam er nicht weiter mit seinen Gedanken, sie verwirrten ihn nur. Er setzte sich in seinen bequemen Wurzelsessel, schlürfte seinen Tee und versuchte Ordnung in sein Gedankenchaos zu bringen. Dann schlief er ein.


Inzwischen hatten das Kaninchen und das Eichhörnchen mit graben angefangen und schon einen ordentlichen Tunnel geschafft. Das Kaninchen, dass seinen großen Geschwistern schon beim Tunnelbau geholfen hatte, klopfte die Wände fest, damit auch alles hielt, und das Eichhörnchen gab sich alle Mühe den Tunnel breit genug für einen Durchgang zu machen. Wenn es Nüsse oder Zapfen versteckte, grub es nie so einen langen Gang, aber es machte ihm Spaß, mal etwas anderes zu tun und dem Kaninchen zu helfen. Dennoch hoffte es, das Kaninchen würde bald wieder zum Dorf zurück wollen, es vermisste den Waschbären bereits. Was würde er denken, wenn er aufwachte und es war nicht mehr da? Ohne etwas gesagt zu haben? Ohne wieder zu kommen? Es hatte ja nicht vorgehabt so lange weg zu bleiben... er wird es wissen, tröstete es sich. Schließlich ist mein Herz noch bei ihm...


Am späten Nachmittag, als die Höhle endlich fertig war, verabschiedete es sich kurz von dem kleinen Kaninchen und versprach, wieder zu kommen. „Ich will dem Waschbären nur Bescheid sagen, damit er sich keine Sorgen macht“, meinte es beruhigend und huschte davon. Die Hängematte war natürlich leer. Traurig machte sich das Eichhörnchen wieder auf den Rückweg, es hoffte einfach mal dass der Waschbär es verstehen würde und ihm nicht böse sein, dass es so überraschend verschwunden war. Zur Waschbärenhöhle war es zu weit, so lange konnte es das Kaninchen nicht alleine lassen. Der Waschbär passt schon auf sich auf, dachte es. Er ist ja auch zurecht gekommen, als wir uns noch nicht kannten. Zurück beim Bau legte es noch ein paar Zweige über den Eingang, damit sie nicht sofort entdeckt wurden. Es war ihm unheimlich unter der Erde, wo es doch seinen Kobel oben im Wipfel einer schlanken Tanne hatte, wo kein Kater und kein Fuchs sich hinauf wagten... sie erzählten sich noch eine Weile von ihren unterschiedlichen Lebensweisen, bis sie einschliefen.


Mitten in der Nacht schreckte der Waschbär aus einem Traum auf. Es hatte angefangen zu regnen, der Wind peitschte gegen die Fenster und in den Zweigen seines Baumes rauschte es laut. Dem Eichhörnchen ist bestimmt unheimlich, dachte er, und daran wie gern er sich nun mit ihm eine Kanne Tee gekocht hätte. Oder heiße Schokolade, damit einem muckelig warm wurde. Frustriert grummelte er vor sich hin. Geschah dem Hörnchen doch recht, jetzt in einem kalten Erdloch zu sitzen und mit dem Kaninchen zusammen zu hocken. Nein, du denkst falsch, schalt er sich, du musst was machen. Da draußen erkälten sie sich noch. Er zog sich seinen Regenmantel an, den er für richtig schlechtes Wetter an seiner Tür hängen hatte, und tappte mit einer kleinen Laterne los, um nach dem rechten zu sehen.


Das Eichhörnchen schlief schon lange nicht mehr. Besorgt schaute es zu, wie der Wind an den Zweigen über den Eingang rüttelte und das Wasser in einer Pfütze aufspritzte, wenn es von dem Geäst herein tropfte. Das Kaninchen hatte von alldem noch nichts bemerkt, es schlief kuschelte sich in das Blätternest, dass das Eichhörnchen gebaut hatte, und träumte bestimmt von seinem Dorf und seiner Familie. Plötzlich hörte es ein scharren, kratzen und spitzte die Ohren. Was war das? Hatte man sie entdeckt? Vorsichtig krabbelte es zum Eingang und konnte noch im letzten Moment zurückspringen, denn eine große, rotbraune Pfote wühlte sich in den Eingang. „Kaninchen, wach auf“, rief es, „wir müssen fliehen! Ein Fuchs!“ Erschrocken rappelte das Kaninchen sich auf und beide rannten zum Hintereingang, den das Kaninchen gegraben hatte, weil alle seine Geschwister ihm das immer so gesagt hatten: Mindestens zwei Eingänge musst du haben, damit du flüchten kannst! Aber der Regen hatte die Erde so aufgeweicht, dass sie nicht weit kamen. Der Eingang brach zusammen und sie saßen in der Falle. Verängstigt drängten sie sich in die hinterste Ecke und versuchten sich auszugraben, während der Fuchs den Tunnel immer weiter verbreitete, um durchschlüpfen zu können.


Der Waschbär hatte zwar damit gerechnet dass er länger brauchen würde, aber gegen solchen Wind musste er sich voran kämpfen. Am liebsten hätte er sich wieder zurück in seinen Bau verkrochen, aber der Gedanke, dass dem Eichhörnchen etwas passieren könnte, ließ ihn nicht los. Aus der Ferne sah er etwas großes, rotes genau da graben wo er das Eichhörnchen und das Kaninchen zuletzt gesehen hatte, und erschrak. Ein Fuchs! Wie sollte er dem Hörnchen jetzt noch helfen? In ihm machte sich Wut breit. Keiner würde sich sein Eichhörnchen zum Abendessen holen, dachte er grimmig, schnappte sich einen Ast und rannte auf den Fuchs zu. Der war freilich überrascht, dass plötzlich ein Waschbär auf ihn los ging und so verdutzt dass er die Flucht ergriff, als der Waschbär den Ast auf sein Hinterteil sausen ließ. Vor Verrückten musste man sich in acht nehmen, dachte er und machte sich schleunigst davon.


Als sie schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten, zu entkommen, war draußen viel Tumult zu hören. Der Fuchs zog sich zurück und nach einer Weile schaute ein dicker, grauer Waschbärenkopf durch den zerstörten Eingang. „Ich glaube, ich habe ihn verjagt“, keuchte der Waschbär. „Aber ich weiß nicht, ob das so bleibt. Es wird besser sein, wenn du mit zu mir kommst, Eichhörnchen.“ Er schaute auf das kleine Kaninchen. „Und du natürlich auch“, fügte er hinzu. Das Eichhörnchen lächelte ihn überglücklich an, sein Waschbär war ein Held! Viel Zeit hatten sie nicht, also machten sie sich im Sturm auf zur Höhle, der Waschbär gab dem Eichhörnchen den Regenmantel, denn so, meinte er, war der Mantel nützlicher weil das Kaninchen mit darunter passte. So machten sie sich auf dem Weg.


Als sie ankamen waren alle drei ein bisschen trocken und ein bisschen durchnässt. Der Waschbär machte ein Feuer in seinem Kamin und setzte heiße Schokolade auf, in die er allerlei Gewürze warf, damit sie sich nicht erkälteten, und so machten sie sich einen gemütlichen Abend. „Danke, dass du uns geholfen hast“, sagte das Eichhörnchen und gab dem Waschbären einen dicken Schmatzer auf die Nase. „Woher hast du gewusst, wo wir sind?“ Der Waschbär brummelte. „Ich hab dich gesucht, als ich aufgewacht bin, und euch gesehen. Es war nicht richtig dass ich euch belauscht habe, aber ich bin trotzdem froh dass ich es getan habe, sonst hätte ich dich morgen wohl umsonst gesucht.“


Das Eichhörnchen seufzte leise. „Da hast du sicher Recht... ich wollte auch gar nicht so weit weg, als du geschlafen hast, aber das Kaninchen hat doch meine Hilfe gebraucht...“ Kaninchen und Eichhörnchen erzählten dem Waschbären was passiert war, von Anfang bis Ende. „... könntest du mich morgen wieder nach Hause bringen“, schloss das Kaninchen, an das Eichhörnchen gewandt. Bevor es antworten konnte, übernahm der Waschbär. „Wir bringen dich nach Hause, kleiner Hüpfer. Der Rückweg erscheint mir für das Eichhörnchen allein zu gefährlich.“ Er zwinkerte die beiden an.




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